Heidi Klum
Heidi Klum beweist auf ausgesprochen eindrucksvolle Art drei Dinge. Nummer eins: Blonde Frauen können durchaus einen IQ wie eine Telefonnummer haben. Nummer zwei: Man muss keine aufgeziegelte magersüchtige Minderjährige sein, um auf dem Laufsteg souverän zu brillieren. Nummer drei: Made in Germany ist immer noch attraktive Qualität.
Am 1. Juni 1973 wird das „next Supermodel“ in Bergisch Gladbach geboren. Knapp 20 Jahre später hat Thomas Gottschalk die Ehre, Heidi als strahlende Siegerin im Wettbewerb „Model ‘92“ zu präsentieren. Der Sieg der bildhübschen Gymnasiastin über 25.000 abgeschlagene Konkurrentinnen bringt ihr einen 300.000 US-Dollar schweren Modelvertrag, den sie geschickt als Sprungbrett in eine beispiellose Karriere nutzt. Mit dem Abitur in der Tasche verlagert sie 1993 ihren Lebensmittelpunkt in die Vereinigten Staaten, um dort als spärlich verhüllte Badenixe in der „Sports Illustrated“ einem faszinierten männlichen Publikum zu angeregten Träumen zu verhelfen. Anschließende Darstellungen des Bergisch-Gladbacher Fräuleinwunders im Katalog von „Victoria’s Secrets“ machen müde Männer munter und viele Frauen neidisch.
Warum müssen Frauen, die die Natur mit Idealmaßen gesegnet hat, bloß immer in aller Öffentlichkeit demonstrativ naschen und futtern? Auf diese Frage gibt es zwei ernüchternde Antworten. Erstens - Sie tun es nicht wirklich, und zweitens – sie sind jung und brauchen das Geld. Heidi Klum schafft es jedenfalls, sowohl für Katjes als auch für McDonalds glaubwürdige Werbung zu machen, ohne dabei auch nur ein Gramm zuzulegen. Wie sie das schafft, bleibt ihr süßes Geheimnis.
Werbeeinnahmen müssen aber nicht dick machen, sonder können auch wild sein, wenn man sie lässt. Das beweist Heidi Klum seit neuestem in Kooperation mit ihrem schwarzen Göttergatten Seal („Kiss from a Rose“) im Auftrag der Volkswagen AG. Heidis knallharter Geschäftssinn sorgt in Kombination mit ihrer außergewöhnlichen intellektuellen Begabung dafür, dass sie heute laut „Forbes“ mit 15 Millionen Dollar Jahresverdienst zu den drei bestbezahlten Models der Welt gehört, finanzielle Tendenz steigend. Da sollten doch auch für Seal, der in letzter Zeit als Sänger nicht mehr so wirklich kommerziell erfolgreich war, ein paar pekuniäre Impulse abfallen.
Von Januar bis März 2006 setzt Heidi mit der Show „Germany’s Next Topmodel“ neue Maßstäbe in Fernsehdeutschland. Dabei löst sie mit ihren ehrlichen Einlassungen zum Model-Geschäft hinsichtlich des Hunger-Ideals der über den Laufsteg klappernden Designerskelette lebhafte Diskussionen aus. Trotz Magersuchtgefahr erfreut sich die Show großer Beliebtheit und wird in 2007 fortgesetzt.
Heidis Erfolgsgeheimnis ist der Wandel. Sie passt sich stets dem Publikumsgeschmack und dem Zeitgeist an. So bleibt sie für ihre Auftraggeber und für ihr Publikum interessant. Seit neuestem kultiviert die ehemalige Sauberfrau ein supersexy Image. Auf YouTube kann man einen ungewöhnlich frechen, viel beachteten und extrem erfolgreichen Werbespot sehen, in dem Heidi zum Thema „Brüste“ sehr persönlich Stellung nimmt. Und auch sonst hat Heidi mit brisanten Themen heute keine Berührungsängste mehr. Das freut ihren Mann im Besonderen und ihre zahlreichen Fans im Allgemeinen.
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