Sido führt Michel Friedman vor
Dass das deutsche Establishment am Ende ist, wissen wir spätestens seitdem Personen aus Politik und Gesellschaft die Zeit altklug in politischen Talkshows totschlagen und bereits nach 10 Minuten der rote Faden sich um die Selbstdarstellung verschlungen hat.
Diese Misere wurde jetzt auch in Friedman schaut hin deutlich - Michel Friedman, der Rapper Sido eigentlich vor der Kamera vorführen wollte, geriet selbst schnell aufs Glatteis und verlor sich irgendwo zwischen Affektiertheit und Hilflosigkeit. Rechtsanwalt und Talkshow-Gast Friedman, selbst umstritten aber mit allen rhetorischen Wassern gewaschen, musste sich schließlich Underdog Sido geschlagen geben, der ihn als überheblichen Spießer entlarvte.
Sido ging als Sympathieträger aus dem Interview heraus, und dabei hatte er sich nicht mal besonders angestrengt, sondern lediglich in seinem Hauptschul-Deutsch erläutert, wie es sich im Neubaughetto so lebt. Friedman hingegen schwebte auf der Wolke der Überheblichkeit durchs Interview - dabei kann er doch von heiklen Themen wie Prostitution und Drogen selbst ein Lied singen. Sido ist böser Junge hingegen nur in seinen Songs.


